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Zu Fuß nach Rom
 


Sie wollen Ihnen nicht einfach nur gefallen. Vielmehr wollen sie Sie zu dem hinführen, der dargestellt ist. Geh'n Sie ruhig mit. Es passiert nichts.




Ikone der Himmelfahrt unseres Herrn Jesus
Christus
  
(29x34cm) 

Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken. 
Während sie unverwandt ihm nach zum Himmel emporschauten, standen plötzlich zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen  und sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.(Apg 1,9-11)

Ursprünglich wurden Auferstehung und Himmelfahrt zusammen am Ostersonntag gefeiert: Im 4. Jhdt. verband man die Himmelfahrt mit dem Pfingstfest und einer bis heute üblichen Prozession auf den Ölberg. Erst vom 5./6. Jhdt an wurde das Fest endgültig auf den vierzigsten Tag nach Ostern gelegt.

Ikone der Heiligen Gottesmutter vom Kloster Pocaev  (30x30cm) 

1537 brachte der Metropolit Neofit das Urbild dieser Ikone aus Konstantinopel  für Anna Gojskaja, diese schenkte sie den Brüdern vom Kloster Pocaev.
Sie lehnt sich an den Urtypus der Eleousa ( = Maria mit dem göttlichen Kind in innig – vertrauter Beziehung) an. In den vier Ecken zeigen sich die vier Evangelisten; links, Johannes der Vorläufer (der Täufer); rechts der Erzdiakon Stefanus; unten, die hl. Mutter Anna mit der Gottesmutter Maria und die hl. Elisabeth, die Mutter des Täufers.




Ikone des heiligen Simeon, des Gottessehers
 (13x36cm) 

Nach der Erzählung des Evangelisten Lukas (2,21-39) begaben sich die Eltern Jesu in  
den Tempel, um nach den Vorschriften des Gesetzes ein Opfer darzubringen. Dabei 
kam es zur Begegnung des Christuskindes mit dem greisen Simeon. In der Ostkirche
heißt deshalb dieses Fest „Begegnung“. Es wird am 2. Februar begangen – wie Mariä
Lichtmess (Darstellung des Herrn) im Westen.

Der heilige Simeon, der Gottesempfänger, hält das Christuskind  in seinen Armen. Auf
seiner Schriftfahne stehen seine Worte an die Gottesmutter: „Siehe, dieser ist
bestimmt zum Fall und zum Aufstehen vieler in Israel“.

Ikone des Schutzes und der Fürbitte unserer heiligen Gottesmutter Maria (39x59cm) 

Das Schutzmantel-
fest ( = Pokrov) ist ein russisches Eigenfest, das am 1. Oktober gefeiert wird.  Die Wurzel seiner Ent-
stehungsge-
schichte ist mit der berühmten
Blachernen-
kirche in
Konstantinopel
verbunden.

Der „Narr um Christi willen“, Andreas (unten rechts mit Lendenschurz), hatte während des Mitter-
nachtsgottesdienstes in dieser Kirche die Vision, dass die Gottesmutter aus den Türen des Altarraumes hervortrat und betete. Andreas sprach zu seinem Schüler, Epiphanius: „Siehst du die Gebieterin und Königin der Welt?“ „Ich sehe, mein geistlicher Vater“, antwortete dieser.
Gleichzeitig ertönte herrlicher Gesang eines Chores und die Heiligen im Himmel traten zur Himmelskönigin hinzu (obere Personengruppe rechts und links.
Nachdem die Gottesmutter ihr Gebet beendet hatte, breitete sie ihr Schultertuch (das sich als eine Reliquie zusammen mit ihrem Gürtel im Schatz  der Blachernenkirche befand) über das anwesende Volk aus (untere Personengruppe).
Bereits in der Antike kannte man den Rechtsakt des „Mantelschutzes, bei dem der Schutzspender seinen Mantel über den Schutzsuchenden hielt, eine Vorstellung, die sich beim „Pokrov“ im Bereich der ostkirchlichen Marienverehrung wieder findet. Im Westen findet sie ihre Entsprechung in der „katholischen“ Schutzmantelmadonna.

Ikone der Geburt der heiligen Gottesmutter Maria
(34x45 cm) 

Die Ursprünge unseres Festes der Geburt der Gottesmutter am 8. Sep-
tember gehen ins 6./7. Jahr-
hundert zurück, auch wenn es im Osten erst im 9. Jhdt. offiziell in den Kirchen-
kalender aufgenommen worden ist.

In den Evangelien wird bei Lk 1.27 nur darauf hingewiesen, dass Maria aus dem Hause Davids stammt. In den außerevangelischen (apokryphen) Erzählungen ist von der Geburt Mariens ausführlicher die Rede. Im Mittelpunkt steht die Gebetserhörung des kinderlosen Ehepaares Joachim und Anna. Aber auch Kindheit und Jugend der künftigen Gottesmutter werden mit zahlreichen wunderbaren Ereignissen ausgeschmückt.
Die Ikonographie richtet sich, wie alle Geburtsdarstellungen (mit Ausnahme der Weihnachtsdarstellung), nach den klassischen Vorbildern des Wochenstubenmilieus:
Man sieht auf der Ikone die heilige Anna auf dem Wochenbett liegen. Der heilige Joachim steht hinter ihr. Frauen aus der Nachbarschaft bringen Stärkungen und eine Hebamme badet das Kind. Abstrakte Architekturkulissen deuten mit Hilfe des darüber gespannten Tuches den Innenraum an.
In Ikonenreihen hat das Wochenbett Annas meist das gleiche Aussehen, wie das Sterbebett Mariens um auf den Zusammenhang von Geburt und Tod aufmerksam zu machen. Der irdische Tod ist die Geburt für das himmlische Leben.




Ikone der Einführung Mariens in den Tempel

(34x45 cm) 

Joachim und Anna hatten gelobt, ihre Tochter Maria als eine der Tempeljung-
frauen im kindlichen Alter von drei Jahren in den Tempel einzuführen. (Eine Erzählung, die sich in zwei apokryphen Büchern findet.)

Darstellungen vom Tempelgang Mariens setzen sich in der Ikonenmalerei nach dem Bilderstreit im 9. Jhdt. allmählich durch, um sich im Hochmittelalter zunehmender allgemeiner Beliebtheit zu erfreuen. Als Ereignis im Heilsplan Gottes erhält die Ikone des Tempelgangs in der Festtagsreihe der Ikonostase (Bilderwand der orthodoxen Kirche) einen festen Platz.

Dargestellt wird die Szene, wie der Hohepriester die dreijährige Maria in Gegenwart ihrer Eltern, staunender Zuschauer und anderer Tempeljungfrauen, in Empfang nimmt.Das Fest Maria Tempelgang ist am 21. November

Ikone der Verkündigung an die heilige Gottesmutter Maria 
(34x45 cm)

Die ältesten Zeugnisse für das Fest am 25. März, das die Verkündigung der Geburt des Erlösers durch den Engel an Maria feiert („Mariä Verkündigung“), reichen bis in die Mitte des 6. Jhdt. zurück. Sein liturgischer Rang ist bereits 682 so hoch, dass es auch während der sonst festfreien großen Fastenzeit gefeiert werden darf. Papst Sergius I. (+ 701), selbst aus dem Orient stammend, übernahm dieses, wie auch andere Marienfeste des christlichen Ostens. Bis heute erfreut es sich größter Beliebtheit. In Russland pflegte man an diesem Tag den in Käfigen eingesperrten Vögeln die Freiheit zu geben.
Im Mittelpunkt der Darstellung auf Ikonen stehen die Gottesmutter und ihr gegenüber der Erzengel Gabriel.

Ikone des Entschlafens der heiligen Gottesmutter Maria 
(34x45 cm) 

Wie wenig die Entstehung altchristlicher Feste in einer religiösen Idylle erfolgte, zeigt auch das Marienfest am 15. August. Um 600 wurde es endgültig in den byzantinischen Festkalender aufgenommen. Anders als die katholische Kirche, hat die Ostkirche niemals die leibliche Himmelfahrt Mariens zum Dogma erhoben. (Aber in der Ikonenmalerei lassen sich bereits zwei Arten der Darstellung feststellen, die deutlich auf diese Lehre hin reflektieren:  Einmal trägt Christus das weiß gekleidete „Seelchen“ der Gottesmutter zum Himmel, auf anderen Ikonen dagegen eine ebenfalls kleine aber typisch bekleidete Gestalt Mariens.

Der byzantinischen Tradition folgend stehen die zwölf Apostel trauernd am Totenlager Mariens.
Ihnen unsichtbar, umgeben von ihn begleitenden Engeln, in einer nach innen dunkler werdenden Aureole (Gottes Wesen liegt für uns Menschen im Dunkeln), hält Christus die Seele seiner Mutter auf dem Arm. Über seinem Haupt schwebt ein Seraph.
Die drei anwesenden heiligen Bischöfe stellen Dionysius Areopagita sowie Hierotheus und Timotheus dar. Sie sollen Paulusschüler gewesen sein und die Aufnahme Mariens in den Himmel erstmals verkündet haben.

Ikone der heiligen Gottesmutter
Maria
 
(34x45cm)

Angesichts des kaum erfassbaren Reichtums der orthodoxen Kirche an Gottesmutter-
ikonen, ist als eine Orientierung eine gewisse Systematisie-
rung der „Ikonen-Typen“
erforderlich. (Hier der Typ der Mutter Gottes "Hodegetria")
Allerdings stellen alle die Gottesmutter mit der gleichen Kopfbedeckung dar, einem vorzugsweise blauen oder grünen Kopftuch, über das ein dunkel kirschfarbenes (etwa: Caput mortuum dunkel) Schultertuch gelegt ist, das „Maphorion“. Auf dessen Stirnseite wie auch auf der rechten und linken Schulter sind drei Sterne (ursprünglich Kreuze) zu sehen, die als Sinnzeichen für die Jungfräulichkeit Mariens vor, während und nach der Geburt Jesu (wie es die altgläubigen Lehre formuliert) gedeutet werden.

Das Urbild des hier vorgestellten Ikonentypus befand sich in einem Kloster um die Mitte des 9. Jahrhunderts. Seine Mönche widmeten sich vor allem der Fürsorge an Blinden. Daher Kloster der Wegführer (= griech.:  Hodegon) genannt. Nach dem Ende des Ikonenstreites (Dürfen Bilder von Gott und den Heiligen gemalt werden oder nicht?) im Jahr 843 erlangte die „Hodegetria“ in der Monumental - und Ikonenmalerei weite Verbreitung im gesamten byzantinischen Einzugsbereich.

Heute wird diese Gottesmutterdarstellung natürlich als Wegweiserin zu Christus hin verstanden.

Die Hauptmerkmale sind: betonte, vom Beter und Betrachter respektvollen Abstand fordernde Frontalität von Mutter und Kind, beredter Ausdruck wirklicher Schutzherrschaft über das Menschengeschlecht. Christus sitzt, die Rechte (evtl. zum Segensgestus) erhoben, in der linken Hand eine Schriftrolle haltend,  auf dem linken Arm der Gottesmutter. Diese hat ihre Rechte zum Kind erhoben, eine Gebärde, die vom Betrachter Verehrung verlangt und zugleich hinweist auf ihn, den Herrn der Welt.

Die Klarheit von Sinn und Ausdrucksgebung hat mit dazu beigetragen, diese Ikone zu einem der beliebtesten Gottesmutterbilder werden zu lassen.

Ikone unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus (Pantokrator)  (34x45 cm)

Das griechische Wort „Pantokrator“ bedeutet „Allherrscher,  Allerhalter“. 

Im Gegensatz zur Monumen-
talmalerei, die diesen Bildtypus wegen seines repräsentativen Charakters schon sehr früh in Dienst nahm, setzte er sich in der Ikonenmalerei erst im Lauf des Mittelalters durch.

Nach zunächst noch jugendlichem Aussehen, wird der Pantokrator vor allem nach dem Bilderstreit (Ende des 9. Jhdt.) immer stärker als reifer und Achtung gebietender Mann dargestellt. Auf gepflegte Bart – und Haartracht wird Wert gelegt.
Meist erscheint dieser Christustypus als Porträtbüste nach dem Vorbild der Bildnisse berühmter Lehrer. Die Gewandung zeigt in Überwurf und Untergewand die üblichen Formen der Spätantike.
Während die Rechte zum Segen erhoben ist, hält die Linke ein Buch, die Bibel, die geschlossen sein kann oder offen.
Wenn sie offen ist, erscheinen meist Bibelzitate, Christusworte wie zum Beispiel das hier geschriebene: Ich bin das Licht der Welt... (Joh 8.12).
Die Wahl des Christuswortes verrät fast immer auch die Absicht des Malers oder des Auftraggebers der Ikone.

Die Ikone unseres Erlösers, Jesus Christus, inmitten der Engelmächte   folgt hier den Visionen des Propheten Ezechiel (Ez 1) und des Sehers Johannes (Apk 4,2-8). Es ist Christus, der Kommende - zum Gericht, aber auch in jeder Feier der Göttlichen Liturgie. Er ist bekleidet mit einem goldschraffierten Gewand, das vor allem auf seine göttliche Herrlichkeit verweist, Ihn umgibt ein roter Rhombus, “wie wenn feurige Kohlen brennen" (Ez 1,13). Der rote Rhombus ist in eine grüne Ellipse eingezeichnet (vgl. Ez 1,16), und diese wird von einem abermals roten Viereck umschnitten, das mit dem ersten roten Viereck zusammen einen achtzackigen Stern bildet. Der achtstrahlige Stern verweist auf den Achten Schöpfungstag (Deshalb oft auch die Bezeichnung der Ikone als "Christus vom achten Tag.) und damit auf die Neuschöpfung des Kosmos, die mit der Auferstehung Christi beginnt. In den Ecken des äußeren Vierecks sind die vier “Tiere", die vier Wesen oder Gestalten von Ez 1,5 ff. und Apk 4,6 ff. in der von Irenäus von Lyon übernommenen Zuordnung der Evangelisten dargestellt. Der Thron aber ragt schemenhaft, monochrom, in das Rot des Sterns und das Grün der Lichtaura. Schemenhaft, monochrom dargestellt sind auch die Himmlischen Mächte, die Cherubim und Seraphim, die in den geometrischen Figuren, den Rhomben und dem Kreis durchscheinen. Und diese geometrischen Figuren ihrerseits verweisen mit ihrer viereckigen Form auf die Zeit, mit der Kreisform auf die Ewigkeit. Besonders deutlich auf die Vision des Ezechiel spielen die Räder unter dem Thron an, deren Felgen “voller Augen ringsum bei allen vier Rädern" sind (Ez 1,18).   Die Ikone des “Erlösers inmitten der Engelmächte" ist ein eschatologisches Bild. Sie zeigt in einer noch ausgeprägteren Weise als jede Pantokrator-Ikone den Herrn als den Kommenden. Durch ihren hervorgehobenen Ort im Mittelpunkt der Deesis-Reihe der Bilderwand ist sie besonders eng auf die Göttliche Liturgie bezogen. Hier drückt sie aus, was die Liturgie sein will: Epiphanie, Theophanie, bei der die himmlischen Wesen mit der Kirche auf Erden “das Siegeslied singen, schreien, rufen und sprechen". Im Gottesdienst, in der Liturgie, erfährt der orthodoxe Christ: “Wenn wir im Tempel Deiner Herrlichkeit stehen, meinen wir im Himmel zu stehen." Wichtiger noch ist die andere hier ausgedrückte liturgische Erfahrung, daß Christus selbst zu jener Verkündigung kommt, in der sich das Gericht schon vollzieht (Kleiner Einzug; Joh 5,24), und daß er kommt, “um geschlachtet zu werden und sich den Gläubigen zur Speise zu geben" (Hymnus zum Großen Einzug vom Karsamstag).  

Ikone der hl.Eltern Mariens, Joachim und Anna.
In apokryphen Schriften (im Protevangelium des Jakobus) lesen wir die Geschichte von der zunächst kinderlosen Ehe des hl. Joachim mit der hl. Anna. Eine zu lange Kinderlosigkeit galt damals als ein äußeres Zeichen für sündiges Verhalten der Eheleute. Joachim wurde deshalb im Tempel die Teilnahme am Opfer versagt. Voll Zorn und Trauer zieht er sich ohne Abschied von seiner Frau zu nehmen aus der Stadt zurück und begibt sich klagend in die Wüste. Derweil klagt und betet Anna in ihrem Garten. Beiden wird nun durch einen Engel die künftige Schwangerschaft Annas ange-
kündigt und sie werden aufge-
fordert, sich zur Goldenen Pforte in Jerusalem zu begeben. Dort treffen sich die beiden Eheleute voll Freude und sie berichten einander von der Verheißung des Engels. Diese Begegnung wird in der Orthodoxie als das Empfangen der späteren Gottesmutter Maria und somit als der Beginn der neutestamentlichen Heilsge-
schichte gesehen.

Ikone der hl. Dreifaltigkeit (alttesta-
mentlich)

Der Besuch, den Abraham in Mamre von "drei Männern" erhielt, wie es in der Bibel bei Gen. 18,2 heißt und den schon manche frühen Kirchenväter als geheimnisvollen Hinweis auf den dreipersönlichen Gott verstan-
den, wird von der orthodoxen Ostkirche als Erscheinung der göttlichen Dreieinigkeit gedeutet.
Während die westliche Kirche seit dem hohen Mittelalter ein eigenes Drei-
faltigkeitsfest (am ersten Sonntag nach Pfingsten) feiert, gedenkt die Ostkirche am Pfingstsonntag der Erscheinung der drei Engel bei Abraham als Symbol des dreieinigen Gottes.
In unterschiedlichen Darstellungen wird dieses Geschehen, oft auch als "die Gastfreundschaft Abrahams" bezeichnet. Die hier dargestellte Ikone folgt den Hauptmerkmalen nach Andrej Rublev (1411).
Einander zugekehrt, gewissermaßen im "schweigenden Gespräch", sitzen die drei göttlichen Engelsgestalten um den Tisch, der keine Speisegeräte, sondern nur einen Kelch aufweist. Auf jegliches Beiwerk ist verzichtet. Die sanfte Schwingung der Silhouette der Gestalten, der farbliche Dreiklang der fast durchscheinenden Gewänder und die Zugeneigtheit der Köpfe der beiden Engel rechts und in der Mitte zu der links sitzenden himmlischen Gestalt vermitteln eine vollendete Harmonie und unergründliche Tiefe. Kein Wunder, dass gerade diese Ikone von jeher als vorbildlich und nachahmenswert empfohlen wurde.

Ikone des Mose am brennenden Dornbusch

Im Buch Exodus (3.2 ff) wird berichtet, dass Gott dem Mose in einer Feuer-
flamme er-
schien, mitten aus einem Dornbusch heraus. "Und er sah hin, und siehe, der Dornbusch brannte im Feuer, aber der Dornbusch wurde nicht von ihm verzehrt."

Schon sehr früh haben sich die Kirchenväter dieses einprägsamen Bildes angenommen. So wie der Dornbusch brannte, ohne sich im Feuer zu verzehren, blieb die Jungfräulichkeit der Gottesmutter im Geheimnis der Empfängnis des Gottessohnes bewahrt. Hieraus haben sich zwei Bildtypen entwickelt.

Die hier vorliegende byzantinische Form wird vom Malerhandbuch des Athos (auf der Seite "Ikonenmalen" oben) so beschrieben: Mose löst seine Schuhe ab, um ihn sind Schafe oder Ziegen und vor ihm ein brennender Dornbusch. In demselben ist die hl. Jungfrau mit dem Kind dargestellt. An ihrer Seite ein Engel, der auf Mose schaut und ihn zurückhält. Auf der anderen Seite des Gesträuchs stehtwiederum Mose und hält die eine Hand ausgestreckt, mit der anderen stützt er sich auf einen Stab.

Auch hier wieder die Doppeldarstellung einer einzelnen Person in einem Bild (ähnlich wie bei der "Apostelkommunion" auf der Seite Ikonenmalen 1).

Ikone des hl. Bischofs Nikolaus von Myra

Ein theologisch interessierter Rußlandreisender des 17. Jahrhunderts berichtete entsetzt, ein Mönch habe den hl. Nikolaus für die "vierte Person der hl. Dreifaltigkeit" gehalten. So sehr dies einerseits nach westlichem Verständnis für die "religiöse Ungebildetheit" eines Großteils der damaligen Bevölkerung (auch bei uns) spricht, so handgreiflich belegt es aber zugleich die außerordentliche Stellung des heiligen Bischofs von Myra im Bewußtsein des frommen Volkes. Als beinahe "gottähnlicher" Überheiliger, im Rang unweit der Gottesmutter stehend, zog der "Wundertäter" eine Fülle von Patronaten auf sich. Insbesondere gilt er als der Beschützer der Reisenden, der Seefahrer, der Soldaten im Krieg, der Kaufleuter, der Armen und der Kinder. Seiner überragenden Popularität entspricht die enorme Zahl der Ikonen mit seinem Bildnis aus allen Ländern und Epochen der Orthodoxie.

 
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