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Zu Fuß nach Rom
 


Lassen Sie sich ansprechen von dem, der dargestellt ist, oder von dem, der Ihnen im dargestellten Geschehen begegnen will.



Ikone der Vita des heiligen Nikolaus von Myra  (29x34cm)

Wenn sich Wünsche, Erwartungen und deren Erfüllung in einer Person vereinigen, wird diese leicht zu einer "synthetischen Persönlichkeit". Eine solche unter den Heiligen ist "Nikolaus von Myra" geworden. (griech.: Nikolaos; russ.: Nikolaj, Nikola oder Mikula)

In der Vielzahl seiner Patronate konkuriert Nikolaus nur mit Maria, der Gottesmutter. Er ist, besonders im russischen Bereich zu einer Art "Überheiligem" geworden. Ein altes russisches Sprichwort sagt deshalb: "Wenn Gott einmal sterben sollte, haben wir immer noch den heiligen Nikolaj."

Die Lebensbeschreibungen ("Vitae") des Heiligen sind überaus zahlreich. Es ist nicht verwunderlich, dass sie sich genauso vielfältig in den Ikonen finden.Auf dieser "Vitenikone" finden sich 8 Legenden aus seinem Leben. Es sind dies, in der Reihenfolge der Bilder ab oben links: Der Heilige Knabe Nikolaus wird seinem Abt - Onkel für den Unterricht zugeführt.  Nikolaus erscheint dem Kaiser Konstantin im Traum und mahnt ihn zur Rechtgläubigkeit beim Konzil zu Nicäa (325).  Nikolaus besucht einen Gefangenen im Gefängnis. Der heilige Nikolaus bei der Liturgie. Der heilige Bischof Nikolaus errettet Seeleute aus Seenot. Nikolaus verhindert die Hinrichtung dreier Unschuldiger. Nikolaus bringt einen von den Sarazenen geraubten Knaben seinen Eltern zurück. Der Tod des heiligen Nikolaus.

Ikone der Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Jünger
(Mt 2,1-13)
  (29x34cm)

Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort.
Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daher fährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren.
Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder.
Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.

Auf dieser Festtagsikone sitzen die zwölf Apostel mit der Gottesmutter zusammen unten sitzen sich der heilige Petrus und der heilige Paulus gegenüber. (Häufig ist diese Darstellung auch ohne die Gottesmutter zu sehen.) Über ihnen gehen von einem Himmelssegment die Feuer - Strahlen des Heiligen Geistes auf die Gruppe herab.

Am unteren Rand ist ein dunkles Gewölbe zu sehen, in dem im Halbformat eine königlich gekleidete Gestalt steht. Es ist die Personifikation des Kosmos, der die verschiedensprachigen Evangelienrollen für die Missionstätigkeit der Apostel bereithält.

Ikone unseres leidenden Herrn Jesus Christus(Lk 22,63-65)  (25x31cm)

Die Wächter trieben ihren Spott mit Jesus. Sie schlugen ihn, verhüllten ihm das Gesicht und fragten ihn: Du bist doch ein Prophet! Sag uns: Wer hat dich geschlagen?
Und noch mit vielen anderen Lästerungen verhöhnten sie ihn.

Im Gegensatz zu westlichen Gepflogenheiten ist dies ein eher selten zu sehendes Einzel - Ikonenmotiv. Die Darstellung des Leidens Christi findet sich mehr in Festtags – Reihen – Ikonen.

Ikonen der heiligen Evangelisten
Johannes, Markus, Lukas und Matthäus.

(29x34cm)

Die Evangelisten sind dargestellt nach der Weise von einzelnen Darstellungen auf den Königstüren (zum Altarraum) von Ikonostasen (Bilderwand der orthodoxen Kirchen). Auf ihren Schriften befinden sich die Anfänge ihrer Evangelien.









Hier oben der Evangelist Markus

Der Evangelist Matthäus. (29x34cm)


Das rote Tuch über ihm, weist darauf hin, dass die Szene in einem geschlossenen Raum zu denken sei.

Der Evangelist Lukas (29x34cm)


wird auch oft an einer Staffelei gezeigt, wo er die Gottesmutter mit dem Christuskind malt. Er gilt als der erste Maler der Gottesmutter.

Der Evangelist Johannes (29x34cm)


befindet sich im Gebirge auf Patmos, wo er sein Evangelium schreibt. Die Anderen, befinden sich in Räumen, worauf das über die Szene ausgespannte rote Tuch hinweist.

Ikone der Taufe unseres Herrn Jesus Christus im Jordan   (29x34 cm) 

Zu dieser Zeit kam Jesus von Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen.  Johannes aber wollte es nicht zulassen und sagte zu ihm: Ich müsste von dir getauft werden, und du kommst  zu mir? 
Jesus antwortete ihm: Lass es nur zu! Denn nur so können wir die Gerechtigkeit ganz erfüllen. Da gab Johannes nach. 
Kaum war Jesus getauft und aus dem Wasser gestiegen, da öffnete sich der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen.  Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe. (Mt 3,13-17)

Alle vier Evangelien berichten, dass Jesus an den Jordan kam, um sich taufen zu lassen. Dieses Motiv findet sich schon sehr früh in der Ikonographie. Bei dieser Ikone wurde die sonst übliche Darstellung von Engeln, mit ehrfurchtsvoll verhüllten Händen (nicht Handtücher anreichend), durch „normale“ andere Taufwillige ersetzt. Damit soll unterstrichen werden, dass Christus, der Herr, sich mitten unter die Menschen gestellt hat, sich dem „Amt“ des Täufers zu unterziehen.

Ikone der Heiligen Apostelfürsten Petrus und Paulus  (29x34 cm) 

Diese Darstellung der brüderlichen Umarmung des Petrus und des Paulus gilt als ein Zeichen für die Geschwisterlichkeit, trotz aller Unterschiede in vielen Standpunkten. Insofern gilt diese Darstellung der beiden Apostelfürsten auch als ein Bekenntnis zu einer „ökumenischen“  Vorstellung vom Bild der Kirche (bzw. Kirchengemeinde).

Ikone der Darbringung unseres Herrn Jesus Christus im Tempel (29x34 cm) 

Nach der Erzählung des Evangelisten Lukas (2,21-39) begaben sich die Eltern Jesu in den Tempel, um nach den Vorschriften des Gesetzes ein Opfer darzubringen. Dabei kam es zur Begegnung des Christuskindes mit dem greisen Simeon. In der Ostkirche heißt deshalb dieses Fest „Begegnung“. Es wird am 2. Februar begangen – wie Mariä Lichtmess (Darstellung des Herrn) im Westen.

Das Malerhandbuch des Mönches Dionysios vom Berge Athos beschreibt die Szene folgendermaßen:
„Ein Tempel mit einem Baldachin über dem Altar. Der heilige Simeon, der Gottesempfänger, hält den Säugling Christus in seinen Armen. Die Allheilige (Gottesmutter Maria) steht ihm gegenüber und streckt die verhüllten Hände gegen das Gotteskind aus. Hinter ihr steht Joseph und hält in seinem Gewand zwei Tauben. Hinter Simeon tritt die Prophetin Hanna herbei.

Ikone der Verklärung unseres Herrn Jesus Christus auf dem Berge Tabor (29x34 cm)

Mit Ausnahme des Johannes berichten die anderen Evangelisten (Mt 17. 1-9; Mk 9, 2-10; Lk 9, 28-36) folgendes Ereignis:

Jesus ging mit Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes auf einen hohen Berg. Dort „verwandelte er sich vor ihren Augen, und sein Angesicht strahlte wie die Sonne, und seine Gewänder wurden leuch-
tend wie Licht“.
Die griechische Festbezeichnung „metamorphosis“ (Metamorphose = Gestaltwandlung) beschreibt das, was mit Christus auf dem Berg geschah, noch etwas genauer, als das deutsche „Verklärung“.
Die Ikonenmaler folgen den Berichten der Evangelien. In der Regel findet sich die „Dreigipfelkomposition“, die das Malerhandbuch vom Athos so beschreibt: Ein Berg mit drei Spitzen: Auf der mittleren steht Christus im weißen Gewand, vor einer zur Tiefe dunkler werdenden Aureole (das Wesen der Gottheit ist im Dunkel verborgen), und segnet. Um ihn ist strahlendes Licht. Auf der rechten Seite steht Moses, mit der Schrift (oft auch mit zwei steinernen Tafeln), auf der linken steht Elija und schaut bittend auf Christus. Unter Christus liegen die erschreckten Petrus, Jakobus und Johannes.

Ikone von Johannes dem Vorläufer  
Einer der ganz besonders häufigen Ikonenthemen ist der heilige Johannes der Täufer, wie er in den westlichen Kirchen genannt wird. In der Ostkirche wird er um seiner Funktion willen eher der „Vorläufer unseres Herrn Jesus Christus“ genannt. Er befindet sich in jeder Deesis-Reihe immer zur Rechten Jesu (vom Betrachter aus gesehen).   Auf der hier vorliegenden Ikone ist er abgebildet als Bote Gottes (griechisch: Angelos, deutsch: Engel), der Christus vorausgeht. Deshalb trägt er hier die Flügel des Himmelsboten. Ebenso trägt er einen Botenstab, der bereits deutlich macht, dass er dem Christus, dem gekreuzigten Herrn voraus geht. Die Axt, am Baumstamm unten rechts geht zurück auf seine Bußrufe am Jordan: „Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen“. (Lk 3. 9)   Um der Verkündigung des kommenden Gottesreiches willen lässt Herodes ihm schließlich der Kopf abschlagen. (Mt 14. 10, 11). Links unten steht die Schale mit dem Kopf des Enthaupteten, die dieser dem ihn segnenden Christus (oben links) vorstellt. Die Schriftrolle trägt deshalb auch den (apogryphen) Text:  „Siehe, Wort Gottes, was die erleiden, die abscheuliche Taten überführen“.

Die heilige Gottesmutter Donskaja Die Gottesmutter hat ihr Haupt tief über das Kind gebeugt, während sich beide tief in die Augen schauen. Das Christuskind sitzt mit angezogenen Knien auf ihrer rechten Hand und hat seine nackten Beinchen  auf die Linke seiner Mutter gestellt, die das Gewand des Kindes gerafft hält. Es hat seine Wange an die seiner Mutter geschmiegt und hält seine rechte Hand zum Segen erhoben, ohne den Blick vom Antlitz der Mutter abzuwenden. Der Betrachter wird in diese enge Mutter-Kind-Beziehung nicht einbezogen, sondern zur anbetenden Betrachtung aufgefordert.   Der Legende nach wurde das Urbild dieses Gnadenbildes den Don-Kosaken in der Schlacht auf dem Kulikovo-Feld 1380 gegen die Tartaren gebracht und verhalf dem Großfürsten Dimitrij zum Sieg. Später kam die Ikone dann in die Kremlkathedralen.

Gebet eines Ikonenmalers
Die meisten Ikonenmaler und Ikonenmalerinnen erkennen durchaus, dass die eigene Einstellung zu den erarbeiteten Inhalten für das Malen eine wesentliche Rolle spielt. Die Beobachtung des eigenen Lebensstiles und der eigenen Haltung zu religiösen Dingen sind für das Malen von Ikonen von erheblicher Bedeutung. Die meisten Ikonenmaler begleiten deshalb  ihre Arbeit auch mit der Bitte um Gottes Führung und mit dem Gebet für den Betrachter der Ikone. Alle Erkenntnis bei der Vorbereitung und alle Mühe beim Malen finden hier noch einmal ihren Platz. Ebenso alle Bitten die wir auf dem Herzen haben für die Zukunft der Ikone und besonders für die Menschen die mit ihr umgehen.
Dieses Gebet hängt über meinem Arbeitsplatz. Nicht, dass ich es vor dem Malen "sklavisch" nachplappere, sondern, dass es mich daran erinnere, wessen Hand mich führt und für wen ich male.

Ikone des Christusträgers, Christophorus Um die Gestalt des heiligen Christophorus ranken sich viele Legenden. Gestützt auf einen langen Stab soll er, damals noch Heide, das Jesuskind auf seinen Schultern durch einen reißenden Fluss getragen haben. Als der Stab daraufhin wieder Zweige auszutreiben begann, habe er sich taufen lassen und sei später als Märtyrer gestorben. Er soll im 3. Jahrhundert geboren worden sein.
Eine zyprische Erzählung schildert ihn als besonders schönen Mann, der, um die Dorfmädchen nicht zu verführen, Gott gebeten habe, ihn durch einen Hundekopf zu verunstalten. Vor allem in Russland fand diese Geschichte großen Anklang, so dass Christophorus auf russischen Ikonen oft hundeköpfig dargestellt wird.
Einer anderen Geschichte nach war er ein riesiger Königsohn, der sich auf die Suche nach dem Sinn des Lebens gemacht hatte und schließlich, auf die Anweisung eines gottesfürchtigen Mannes hin, an einem reißenden Fluss den Menschen dienstbar erwies, in dem er sie auf seinen Schultern hinübertrug. Als er dieses Dienstes überdrüssig wurde, erschien ihm ein kleines Kind mit der Bitte, es hinüber zu tragen. In der Mitte des Flusses wurde das Kind dem Riesen so schwer, dass er in ihm den Herrn der Welt, Christus, erkannte. Daraufhin lies er sich taufen und verrichtete seinen Dienst am Fluss bis an sein Lebensende. Der heilige Christophorus ist weltweit als der Patron für die Reisenden bekannt und wird weit über die christlichen Glaubensgrenzen hinaus verehrt.

Ikone der heiligen Gottesmutter der Passion   Dieser Typ der Madonna mit dem Kind, das durch den Anblick der Passionswerk-
zeuge, die zwei Engel ihm zeigen,  erschreckt ist, war in der byzantinischen Malerei mindestens schon seit dem 12. Jahrhundert bekannt. Aber diese Version mit der Vorahnung des Leidens Christi war sehr selten. Im 15. Jahrhundert und später ist das Thema immer öfter behandelt worden. Die Komposition stammt zweifellos aus Byzanz. Ihre Wiedergabe mit dem geschlossenen Aufbau und der strengen Behandlung der Körper und der Draperien hat fast akademischen Charakter. Aber die rührende Haltung des Kindes und seine Gesten sprechen auch von einer verhaltenen Empfindsamkeit. Dies und die Realisierung in klaren, leuchtenden harmonisierenden Farbtönen erklären bis zu einem gewissen Grade den „Erfolg“ dieser Ikone.  
Besonders unter den westlichen Christen hat sie seit dem auslaufenden 18. Jahrhundert unter dem Titel „Muttergottes von der immerwährenden Hilfe“ einen geradezu atemberaubenden Bekanntheitsgrad erlangt. Ihre Verbreitung wurde besonders auch von den Niederlassungen der Ordensgemeinschaft der Redemptoristen her gefördert, in deren Mutterhaus in Rom sich ein frühes Exemplar dieser Ikone befindet.

 
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